In dieser Rubrik sehen Sie Werke, welche ich für diverse Kunstwettbewerbe oder auch einfach nur aus einer künstlerischen Notwendigkeit heraus gefertigt habe. Weiters gibt es Bilder von den "Knopfzwergen", einem Workshop für Schulkinder. Und vielleicht in Zukunft weiteres......

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir ein kurzes Feedback zu dem einen oder anderen schreiben würden.

 


"Anima Pannonia"

Gefertigt zum Thema "100 Jahre Burgenland" für den Förderpreis für Bildende Kunst /Fotografie 2020.

Leider wurde es nicht angenommen, umso mehr freue ich mich, dass Sie es nun ansehen.

Fotos made by: www.rathmayer.at

 

Werkbeschreibung:

Mein Beitrag zu der Ausschreibung ist wie das Burgenland selbst. Ein Schmuckstück.
Aus rauem, mattem, unscheinbarem Material wurde durch harte Arbeit, Überzeugung und Liebe zur Sache ein glänzendes, farbenprächtiges, Lebensfreude darstellendes Juwel.

In diesem Falle aber drei, als Erinnerung daran, dass es einmal „Dreiburgenland“ heißen sollte.
Bei meinen Überlegungen zum Design und zur Machart erinnerte ich mich an den Chef, den ich als junges „Dirndl“ ziemlich frisch von der Keramikfachschule Stoob kommend, hatte.
Hr. Steinböck sagte damals, an meinem ersten offiziellen Arbeitstag, zu mir:
„Ich habe dich nicht eingestellt wegen deinem guten Zeugnis, sondern weil du eine Burgenländerin bist. Die Burgenländer können arbeiten.“
Damals verstand ich diesen Satz nicht wirklich, aber jetzt ließ er mich über meine Vorfahren und ihr Land nachdenken. So bin ich bei der Flachsblüte gelandet, welche nun den Ring und ein Stück des Colliermittelteils ziert.
Der Flachs: Mein Inbegriff für „sich plagen“.
DIE VERPACKUNG der Schmuckstücke besteht aus ca. 140 Jahre alter Leinwand mit dem gestickten Monogram meiner Ururoma Julianne Hotwagner.
Alles händisch aus Flachs hergestellt.
Gepflanzt, gepflegt, geerntet, gesponnen, gewebt und genäht. Dieses Stück Stoff hat die Jahre überdauert, erzählt von der schweren Arbeit der Burgenländer und ist lebendige Geschichte des Landes.
Ich stelle mir vor, dass ein Flachsfeld mit seinen blauen Blüten wunderschön sein muss, wenn die Stengel sich in dem für Pannonien typischen Wind schaukeln.
Vielleicht ist es auch dieser Wind, der uns Burgenländer ständig in Bewegung hält. Und er ist es auch der unser Bundesland europäischen Vorreiter im Bereich Windenergie sein lässt.
Deshalb habe ich dem Wind symbolisch in den Seiten“flügeln“ des Colliers Platz eingeräumt.
Ebenso dem Wasser, denn was wäre das Burgenland ohne den Neusiedler See oder seinen wunderschönen, naturbelassen Bächen und Flüssen. Wahrscheinlich bin ich nicht die Einzige, die als Kind Steine und Blätter in die Rabnitz geworfen hat und sich vorgestellt hat, wie sie in ein weit entferntes Land mit einem großen Meer schwimmen von dem mir mein Vater (ein Kriegsheimkehrer) sehr selten, aber dann mit sehnsuchtsvollen Augen, erzählt hat.
Bis heute ist die Rabnitz für mich mit Fernweh verbunden.

Den Mittelpunkt und die Außenteile des Colliers bestreiten die typischen
Farben des Burgenlandes - rot, gold, schwarz und mit seinem Symbol der neueren Zeit, der Sonne. Sie bringt dieses Bundesland zum Strahlen.
Die Burgenländer sind aber meistens keine verträumten, luftigen Wesen, sondern sehr bodenständig und deshalb wird diese Sonne gestützt von einem „Berg“, einem Gestein, Millionen Jahre alt, das von vielen Österreichern eigentlich mit Füßen getreten wird oder vielfach unter die Räder kommt. Nämlich Rollsplitt.
Es ist ein Basalt vom Pauliberg, also kein Schmuckstein im herkömmlichen Sinne. Aber ich finde ihn sehr, sehr schön und stimmig.
Schließlich wurden fast alle wichtigen Straßenzüge des Landes mit dem Material des Paulibergs hergestellt und es nährt in Form von Lavasplitt landwirtschaftlichen Boden.

 

Gefertigt wurde DAS COLLIER aus Feinsilber mit Feueremaille in Cloisonnetechnik.
Ein tausende Jahre altes Handwerk welches man in dieser Form nicht mehr als Beruf erlernen kann, dem aber meine ganze Berufung mit aller Hingabe gilt und dem ich damals, 1989 bei erwähntem Herrn Steinböck, das erste Mal begegnet bin.
Man kann mit dieser Technik wunderbar Geschichten erzählen und künstlerische Bilder im Feuer malen.
Jedes Stück erfordert viele Stunden an mühevoller Kleinstarbeit und Geduld.

 

DER RING entstand ebenfalls aus Feinsilber mit Feueremaille.
Hier habe ich eine neuere Arbeitsweise aus der Dentaltechnik angewandt, welche für über 20 Jahre meine berufliche Heimat war.
Das heißt, der Silberring wurde von Hand aus Wachs geformt und modelliert und anschließend gegossen. Erst danach wurde er mit Feueremaille bei ca. 850C° veredelt.

DIE OHRRINGE und die Tropfen am Collier haben ebenfalls die für das Burgenland stehenden Farben rot, gold und schwarz.
Gefertigt in einer ebenso geschichtsträchtigen alten, wie auch komplizierten Machart,
aber, wie ich finde, durch ihren Namen mehr als passend: „Plique a jour" Technik.
Dies bedeutet soviel wie : „Ans Licht bringen“, „An den Tag bringen“.
Das Emaille hat hier keinen festen Untergrund, sondern wird nur durch einen zarten Rahmen gehalten, ist transparent und wirkt erst durch durchscheinendes Licht.
Dann zaubert es wunderschöne Farben hervor.
Also erst wenn die Ohrringe zart im Wind baumeln und das Sonnenland sein Licht hindurch schickt, offenbart sich ihre zarte Grazie.

So wie das Burgenland: nach einer 100jährigen Reise durch die Geschichte und die Elemente gibt es immer mehr von seinem Reichtum, seinem Charme, seiner Schönheit und seiner Seele preis.
Wir Burgenländer sehen und fühlen es, denn wir sind Teil davon.
 


„Borderlines“

Dieses Stück wurde für den ART- Award 2020 der bildenden Künstler Österreichs gefertigt und ich freue mich sehr, dass es unter die zehn Besten gewählt wurde. 

Feinsilber, Emaille, Gold 14k, Silber 925

„Grenzenlos“ sein, Borderlines übertreten, indem ich meine Berufe, Arbeitstechniken und künstlerische Ansprüche vermische. So auch hier: Kunst am Körper, Körper(teil) als Kunst. Grenzen werden mit einer „Quad Helix“, eine Technik aus der Kieferorthopädie, hier in Form der Aufhängung, erweitert und es entfaltet sich eine schmückende Schönheit.
Corona zeigt uns wie wichtig es ist sich um unseren Körper zu sorgen, dass Kunst Medikation sein kann und unserer Seele gut tut.


Ein Wettbewerb mit dem Titel: " Ein Souvenir"  im April 2018

 

❂ Anybody can love the mountains, but it takes a soul to love the prairie ❂ ・WILLA CARTHER・

 

Das größere Werkstück besteht aus einem handmodellierten Vorderteil aus Edelstahl und stellt das Prairiegras dar. An die Rückseite kann echtes Gras in Halterungen gesteckt werden.

Hinter dem wogenden Gras gibt es ein kleineres Silberteil mit indianischem Muster emailliert.

Oder ein größeres, zwar mit dem demselben Muster, jedoch in Plique a jour Technik emailliert. Das heißt die Farben leuchten erst, wenn Licht durchscheint.

 

Die kleine tragbare Version dieses Herzensstücks besteht aus Silber 925 mit gesägtem Gras im Vordergrund und einem emaillierten Teil, welchen man dahinter befestigen kann.

 


Die Geschichte zu dem Stück
„And the wind whispers prairie“

Schon beim Spielen als kleines Mädchen war ich lieber Indianer als Cowboy.
Der Höhepunkt des Jahres war, wenn ich „Nscho-Tschi“, die Schwester Winnetous, im Fernseher anhimmeln konnte.
Viele Jahre später habe ich ganze Sturzbäche an Tränen, bei unzähligen Filmabenden mit „Der mit dem Wolf tanzt“, vergossen. Eine schöne Zeit in meinen 20ern war, als mich Kinder auf der Straße mit „Pocahontas“ansprachen. Ja, ich hatte schwarze Zöpfe :-).
Das Schicksal wollte, dass meine Nichte nach Nebraska zog und so kam ich endlich in den mittleren Westen der USA, der Heimat der Plain Indians. Als ich das erste Mal in einer Prairielandschaft stand war dieses  Gefühl überwältigend.
Ein wunderschönes Grasmeer bis zum Horizont.
Was aber an meinem perfekten Bild fehlte, war die Kultur der Plain Indians.

( Ich habe diese Bezeichnung absichtlich gewählt und habe größten Respekt vor deren Kultur. Hier der Link zu einem diesbezüglich informativen Artikel :  https://www.nativetimes.com/life/commentary/11389-native-american-vs-american-indian-political-correctness-dishonors-traditional-chiefs-of-old  )
Leider wurde bereits sehr viel davon zerstört, weshalb es mir wichtig war etwas von dieser Kultur in mein  Schmuckstück mit einzubauen.
Als ich nun nach einem passenden Titel suchte, kamen mir einige in den Sinn. Ich schickte sie per WhatsApp nach Nebraska zu meiner Nichte, mit der Bitte sie auf richtiges Englisch zu überprüfen.
Keine Antwort. Der Abgabetermin rückte näher und bei einer Autofahrt hatte ich plötzlich die Idee. In Anlehnung an Jimi Hendrix` „And the wind whispers Mary“ entschloss ich mich zu:
„And the wind whispers prairie“. Gesagt, getan, abgegeben.
Tags darauf hatte ich eine Nachricht bekommen.
Meine Nichte erklärte mir warum sie für die Rückmeldung so lange gebraucht hatte.
Ihr gefielen zwar meine Titelvorschläge, aber sie wollte noch etwas nachsehen, denn immer wenn sie in Lincoln an einer bestimmten Stelle vorbeikommt, muss sie an mich denken. Einfach so. Also fuhr sie zu der Straße um nachzusehen wie sie heißt.
Der Name der Straße ist: „Prairie wind“ !!
Anfangs fanden wir es ziemlich spooky, aber inzwischen freut mich der Gedanke, dass der Prairiewind den weiten Weg zu mir gefunden und mir den Titel zugeflüstert hat.

 


2020 "Das Corona Jahr"

Eine Achterbahn der Gefühle, wahrscheinlich für jedermann, und jeder hat seine Art damit umzugehen.

Meine ist meine "Kunst" und je älter ich werde, desto mehr schaffe ich es Emotionen, sowohl fröhlicher als auch trauriger Natur, und Krisen jeglicher Art in Bilder oder Metall zu bannen und mir so zu helfen.

So sind gegen Ende dieses Jahres die nachfolgende Seelenstücke entstanden. ✨

 

"Emotions Overload"

"Sometimes the heart gets lost"

"Soul in hibernation" ❄️


"Die Knopfzwerge" ein Workshop für Kinder

Sollten Sie Interesse an einem Workshop mit Kindern haben, bitte kontaktieren Sie mich.